Freiwillige Feuerwehr Fürstenau
  Die Bauordnung
 
Die Bauordnung der Stadt Fürstenau von 1852

Nach dem großen Stadtbrand vom 19. Oktober 1851, dem auf der Großen Strasse und auf der nördlichen Hinterstrasse insgesamt 32 Häuser und 14 Nebengebäude zum Opfer fielen, erließ der Magistrat die "Bauordnung für die Stadt Fürstenau", erlassen am 22. Januar 1852 ( 12 Seiten ) .
Von den insgesamt 26 Punkten sind in folgenden vier Punkten Brandschutzmaßnahmen angeordnet:
Punkt 5: Um allenthalben die zur Füllung der Feuerspritzen erforderlichen, mindestens 8 Fuß ( 1 Fuß = 33cm ) breiten Zugänge zum Stadtgraben zu erhalten, deren in möglichst gleicher Entfernung an jeder Hinterstrasse vier und an jeder der östlichen und westlichen Querstrassen zwei, im Ganzen also zwölf anzulegen sind, soll bei Neubauten und Hauptreparaturen derjenige Gebäude, welche die nach dem Ermessen des Magistrats zur Herstellung solcher Zugänge passende Lage haben, der erforderliche Raum abgetreten, dafür aber eine Entschädigung gezahlt werden.
Punkt 15: Gebäude sind mit Dachziegeln, Schiefer oder Metall zu decken, Unterlegen der Ziegel mit Strohdocken verboten, ebenso das Bedecken der Firste mit Rasen oder Heide. Leicht Feuer fangende Stoffe ( Holzschindel, Bretter ) weder zur äußeren Bedachung noch zur Bedeckung der Giebel oder Wände erlaubt.
Punkt 19: Die Schornsteine sind massiv von Ziegelsteinen auf einer massiven Brandmauer ruhend anzulegen.
Punkt 23: Es ist nicht gestattet, in den Hinterräumen hinter den Wohnhäusern Torf- oder Suddenschoppen, Holzställe, Schweineställe oder andere dergleichen Gebäude aufzuführen, die nicht eine gleiche Konstruktion wie die Haupfgebäude haben.
Am 16. Januar 1856 trafen sich die Inspektoren der Bürger-Feuerwehr und die Brandspritzenaufseher mit dem Branddirektor zu einer Besprechung auf dem Rathaus. Den protokollarischen Aufzeichnungen des Bürgermeisters zufolge ging es um die als notwendig erkannte "Verbesserung des Löscheinsatzes". Zwecks schnelleren Einsatzes der Wehr sollen freiwillig sich zur Verfügung stellende Wehrmitglieder mit der Technik der Brandspritzen und deren Zubehör vertraut gemacht werden. Zudem sei die Anschaffung einer neuen Spritze erforderlich. Wenn auch die alte Brandspritze gut sei, so genüge sie doch nicht mehr den Anforderungen der Zeit.


 
 
 
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